Der Einfluss der Konsumenten – wie sich die Rezeptur von Nudeln verändert hat

Die heutigen Rezepturen für handelsübliche Nudeln hat sich im Laufe der letzten Jahre deutlich verändert: weniger Mikrotoxine, weniger Glyphosat. Als Grund gilt der Druck, den die VerbraucherInnen auf die Hersteller ausübten.

Die neuen Untersuchungen des Salvagente, ausgeführt bei 23 Sorten von Nudeln, zeigen, dass die italienischen Nudelproduzenten dem Druck der VerbraucherInnen nicht gewachsen waren. Unter diesem Druck haben die meisten beschlossen, weniger Hartweizen aus anderen Ländern zu importieren. Die Konsumenten verlangten in den letzten Jahren vermehrt Produkte, deren Rohzutaten nicht mit Glyphosat und Don (das sogenannte Vomitoxin) versetzt sind. Diese Zusatzstoffe finden sich vor allem in nordamerikanischem Hartweizen, das vor allem mit dem bekannten Herbizid von Monsanto behandelt wird (und welches von der International Agency for Research on Cancer IARC als womöglich krebserregend bezeichnet wird).

Im Jahre 2018 ist die Nachfrage nach nordamerikanischem Hartweizen deutlich gesunken, während der Import von französischem Hartweizen sich in den letzten zwei Jahren jeweils verdoppelt hat. Natürlich bedeutet die Herkunft nicht gleich bessere oder schlechtere Qualität, aber in einigen Ländern, vor allem in Nordamerika, ist die Nutzung von Glyphosat gesetzlich begünstigt, während in anderen Ländern strenge Kontrollen herrschen. Das liegt auch daran, dass in den weniger streng kontrollierten Ländern oft schlechtere Wetterbedingungen für die Weizenzüchtung herrschen.

Es ist also wichtig, die Nudelverpackungen genau zu analysieren: auf allen Verpackungen muss das Herkunftsland des Hartweizen angegeben werden. Nur die wenigsten Hersteller nutzen ausschließlich nationalen Hartweizen, andere mischen italienischen Hartweizen mit solchem aus anderen europäischen Ländern, was als „origine Ue“ angegeben wird. Etwas unglücklich ist die Gesetzeslage bei der Angabe von nicht-europäischen Ländern, die nämlich alle unter „Paesi non Ue“ zusammengefasst werden. So hat der/die VerbraucherIn nicht unbedingt eine Ahnung, ob der Hartweizen jetzt aus einem afrikanischen, einem asiatischen oder einem amerikanischen Land kommt.

Im Großen und Ganzen kann man jedoch zusammenfassend sagen: die schädlichen Zusatzstoffe in handelsüblicher Pasta, wie etwa Vomitoxine oder Aflatoxine (wie auch B1), sind deutlich gesunken und halten sich bis auf wenige Ausnahmen immer in den gesetzlich vorgesehenen Grenzen.

Quelle:

Salvagente, November 2018

29. Juli 2019