Neue ASTAT-Zahlen zeigen wachsende Risiken: Rund 19.300 Menschen in Südtirol spielen problematisch oder pathologisch

Robin fragt, ob Prävention, Beratung und Schutz vor finanziellen Folgen mit der Entwicklung des Online-Glücksspiels Schritt halten.
Weniger Menschen spielen um Geld als noch vor zehn Jahren – dennoch ist keine Entwarnung angebracht. Laut der im September veröffentlichten ASTAT-Erhebung ist die Zahl der Menschen mit problematischem oder pathologischem Spielverhalten von 17.600 auf rund 19.300 gestiegen. Das entspricht etwa fünf Prozent der untersuchten Bevölkerung zwischen 16 und 76 Jahren. Doch die Dunkelziffer ist weitaus höher: Zu den klassischen Spielenden an Videoterminals gesellen sich schätzungsweise 33.000 „Börsenspekulierende“. Der Verbraucherschutzverein Robin warnt eindringlich davor, dass auch diese vermeintlichen Finanzgeschäfte zu den gefährlichen und finanziell stark belastenden Formen des Online-Glücksspiels zählen können.
Besonders aufmerksam machen zwei Ergebnisse: Bei den 21- bis 30-Jährigen liegt der Anteil problematischer oder pathologischer Spielender bei neun Prozent. Und beim Online-Glücksspiel ist das Risiko deutlich konzentrierter: Laut ASTAT zeigen 16 Prozent der Online-Spielenden problematisches und weitere sieben Prozent pathologisches Spielverhalten.
Glücksspiel ist nicht automatisch ein Problem. Doch wenn Menschen die Kontrolle verlieren, können finanzielle Schwierigkeiten und Schulden schwerwiegende Folgen für sie und ihre Familien haben. Die ASTAT-Erhebung zeigt auch, dass rund 1.300 Personen ihre Schulden ausdrücklich auf Glücksspiel zurückführen.
Der Verbraucherschutzverein Robin sieht deshalb Anlass, genauer hinzuschauen. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Menschen spielen, sondern auch, ob sie die Risiken erkennen, rechtzeitig Hilfe finden und wirksam vor finanziellen Schäden geschützt werden.
„Nicht jeder, der spielt, hat ein Problem. Aber wenn die Zahl der Betroffenen steigt und digitale Angebote mit besonderen Risiken verbunden sind, müssen Prävention und Verbraucherschutz Schritt halten“, erklärt Walther Andreaus, ehrenamtlicher Geschäftsführer von Robin. „Menschen müssen die Risiken realistisch einschätzen können, bevor aus Unterhaltung eine finanzielle Belastung wird.“
Robin richtet deshalb konkrete Fragen an die zuständigen Stellen:
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Erreichen die bestehenden Präventionsangebote junge Erwachsene und Online-Spielende ausreichend?
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Wie werden Verbraucher über Verlustwahrscheinlichkeiten, finanzielle Risiken und mögliche Verschuldung informiert?
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Sind Beratungs- und Hilfsangebote leicht auffindbar und ausreichend zugänglich?
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Wie werden problematische Spielverläufe frühzeitig erkannt, und welche Schutzmöglichkeiten stehen Betroffenen zur Verfügung?
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Wie hoch sind die tatsächlichen Nettoverluste der Spielenden in Südtirol, und wie stehen diese zu den öffentlichen Einnahmen aus Glücksspiel?
Dabei müssen Einsätze, Umsätze und tatsächliche Verluste klar unterschieden werden. Nur mit aussagekräftigen und vergleichbaren Daten lässt sich beurteilen, welche finanziellen Folgen Glücksspiel für die Betroffenen und die Allgemeinheit hat.
Robin fordert keine pauschale Verurteilung des Glücksspiels, sondern eine sachliche Überprüfung der Schutzmaßnahmen. Wer Menschen vor finanziellen Risiken schützen will, muss offenlegen, wie groß das Problem ist, welche Hilfen wirken und wo Verbesserungen notwendig sind.
Quelle: ASTAT, Glücksspiel – 2026, veröffentlicht am 15. September 2026:
https://astat.provincia.bz.it/de/publikationen/gluecksspiel-2026