Robin ruft zum Boykott der Zusammenarbeit mit Landesregierung und Gemeindeverwaltung Kaltern auf – erste Verhandlung vor dem Staatsrat am 17. September in Rom - Video eines Bürgers am Ende des Textes

Mit Beginn der heurigen Badesaison zeigt sich erneut das gleiche beschämende Bild am Kalterer See: Außer einem schmalen, unwürdigen Mini-Steg gibt es für Badende und Sonnenanbeter weiterhin keinen freien Zugang zu einem öffentlichen Naturgut. Damit wird der Bevölkerung – und den mittlerweile über 7.300 Unterzeichner*innen der Petition für einen freien und sanften Zugang – nach wie vor die Nutzung des Sees weitgehend verwehrt.
Der Verbraucherschutzverein Robin kritisiert dabei insbesondere die Rolle der Südtiroler Landesregierung. Obwohl sich bedeutende Grundstücke am See im Eigentum des Landes befinden, bleiben diese weiterhin abgesperrt. Betroffen sind insbesondere das ehemalige Militärareal am südlichen Ostufer sowie weitere landeseigene Flächen im Norden des Sees.
„Es ist nicht länger hinnehmbar, dass öffentliche Grundstücke faktisch wie Privatbesitz behandelt werden“, erklärt der ehrenamtliche Geschäftsführer von Robin, Walther Andreaus. „Die Landesregierung stellt hier eindeutig Privat- und Sonderinteressen über das Allgemeininteresse. Wenn die Politik sich weigert zu handeln, müssen Bürgerinnen und Bürger den Druck erhöhen. Robin kann keine Sanktionen verhängen – aber ein zivilgesellschaftlicher Boykott der Zusammenarbeit mit Landesregierung und Gemeindeverwaltung Kaltern kann ein deutliches Signal sein, dass diese Haltung nicht länger akzeptiert wird.“
Robin fordert die Landesregierung daher auf, die landeseigenen Flächen am Kalterer See unverzüglich für die Allgemeinheit zu öffnen und endlich einen würdigen, freien und sanften Zugang zum See zu ermöglichen – ohne Ausreden und weitere Verzögerungen.
Auch juristisch bleibt der Verein am Ball. Nachdem das Verwaltungsgericht Bozen die Klage von Robin aus formalen Gründen abgewiesen hatte, ohne sich inhaltlich mit der Frage des freien Seezugangs auseinanderzusetzen, geht der Rechtsstreit nun weiter. Am 17. September findet vor dem Staatsrat in Rom die erste Verhandlung statt. Robin zeigt sich entschlossen, den Rechtsweg weiterzugehen.
„Der Kalterer See ist ein öffentliches Gut und muss endlich wieder der Öffentlichkeit zugutekommen“, so Andreaus abschließend. „Wir werden nicht akzeptieren, dass die Allgemeinheit Schritt für Schritt von ihrem eigenen Naturraum ausgeschlossen wird.“